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In einer Stunde von Dresden zum Prager Weihnachtsmarkt

Pannen-Autobahn soll am 17. Dezember fertig werden In einer Stunde von Dresden zum Prager Weihnachtsmarkt

Mit dem Auto schnell mal zum Prager Weihnachtsmarkt: Wenn „nichts Unvorhergesehenes“ mehr eintritt, soll die Autobahn (Dalnice) D 8 am 17. Dezember endlich fertig werden. Damit würde sich die Fahrzeit von Dresden in die tschechische Hauptstadt auf gut eine Stunde verkürzen.

 Mit dem Auto schnell mal zum Prager Weihnachtsmarkt: Wenn „nichts Unvorhergesehenes“ mehr eintritt, soll die Autobahn (Dalnice) D 8 am 17. Dezember endlich fertig werden.

Quelle: Patrick Moye

Prag/Dresden.  Mit dem Auto schnell mal zum Prager Weihnachtsmarkt: Wenn „nichts Unvorhergesehenes“ mehr eintritt, soll die Autobahn (Dalnice) D 8 am 17. Dezember endlich fertig werden. Damit würde sich die Fahrzeit von Dresden in die tschechische Hauptstadt auf gut eine Stunde verkürzen. „Der Eröffnungstermin steht fest“, verspricht der tschechische Verkehrsminister Dan Tok von der Protestpartei ANO. Doch bleiben noch etliche Zweifel.

Zuletzt hatte ein instabiler Hang bei Prackovice an der Elbe für neue Probleme an der Dauerbaustelle gesorgt. Zusätzlich eingebrachter Schotter soll Staunässe vermeiden. „Die Freigabe der kompletten D 8 wäre das schönste Weihnachtsgeschenk für die Einwohner von Lovosice, Usti und anderen Orten, durch die sich täglich Zehntausende Lastwagen wälzen“, sagte Oldrich Bubenicek, der Bezirkspräsident von Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) .

Doch wirklich sicher scheinen sich Pla ner und Bauleute keineswegs zu sein. Zwar sind die böhmischen Tunnel und Brücken zwischen Prackovice und Rehlovice längst fertig. Im anschließenden Elbtal kämpfen Baufirmen auf etwa drei Kilometern Länge aber noch immer mit dem geologisch unruhigen Gelände. Im Juni 2013 war dort auf 200 Metern Länge ein Hang abgerutscht und hatte die bereits fertige Autobahn unter Tausenden Tonnen Schlamm begraben.

Während der monatelangen Beräumung der Baustelle hatte die Autobahndirektion RSD ein geologisches Gutachten angeschoben, das die Bewegungen im Erdreich beurteilen soll. „Der kritische Autobahnabschnitt wurde in einem besonders instabilen Gebiet gebaut, in dem es schon oft zu Erdrutschen kam“, sagte der Geologe Jan Bohac der LVZ. Der Wissenschaftler von der Karls-Universität Prag war an den Baugrunduntersuchungen beteiligt. Technisch sei zwar vieles möglich, „sogar eine sichere Autobahn durch solche Gebiete zu bauen. Ingenieurtiefbau ist aber nie völlig frei von der Möglichkeit des Scheiterns“, erklärt der Geologe. „Es gibt immer ein Restrisiko.“

Der Geologe Vladimir Cajz von der tschechischen Akademie der Wissenschaften warnt seit 20 Jahren vor der Trasse durch das untergründig wabernde Elbtal – allerdings vergeblich. Nun legte er nach: „Die Situation ist schlimmer als von mir erwartet.“ Pfeiler und Stützwände seien zu flach verankert, die bauliche Stabilisierung der Autobahn unzureichend. „Wenn ich in der Verantwortung wäre, hätte ich im Leben nicht erlaubt, die Autobahn in diesem Bereich zu bauen“, sagte er.

„Der Hang bewegt sich ein bisschen“, musste Verkehrsminister Tok kürzlich zugeben. Wenige Tage später übte sich der Politiker in Zweckoptimismus: „Es scheint so, als ob sich der Hang beruhigt hat, er bewegt sich weniger“, so der Minister. „Die Autobahn wird für den Betrieb sicher sein – und sie wird am 17. Dezember fertig sein“, versprach er Anfang dieser Woche.

Obwohl das Autobahnprojekt auf böhmischer Seite schon seit 1984 läuft, verspätet sich die Freigabe bereits um 15 Jahre, konstatierten Rechnungsprüfer der Behörde NKU. Und nach dem Erdrutsch von 2013 habe die Autobahngesellschaft noch immer kein Konzept vorgelegt, wie ein Schaden dieses Ausmaßes künftig vermieden werden solle.

Die Baukosten sind von einst 370 auf gut 550 Millionen Euro gestiegen. Jedes Jahr Verzögerung bedeute einen wirtschaftlichen Schaden von umgerechnet 25 Millionen Euro, schätzt das NKU. Auf die Abschlussrechnung sind tschechische Steuerzahler gespannt. Darauf, dass der Hang hält, hoffen wohl alle.

Von Winfried Mahr

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