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„Es kommt hinten weniger Dreck raus“

Neue Busse für die DVB „Es kommt hinten weniger Dreck raus“

Noch riecht es nicht nach Schweiß oder Döner, sondern nach neuem Auto. Exakt 21 von insgesamt 40 neuen Gelenkbussen stehen seit einer reichlichen Woche auf dem Betriebshof der Dresdner Verkehrsbetriebe und warten auf ihren Einsatz. Im Januar rollen die ersten durch Dresden.

Quelle: Tanja Tröger

Dresden. Noch riecht es nicht nach Schweiß oder Döner, sondern nach neuem Auto: nach Plastik und frischen Stoffbezügen. Die gelben Festhalte-Stangen leuchten, der Boden sieht aus wie geleckt. Exakt 21 von insgesamt 40 neuen Gelenkbussen stehen seit einer reichlichen Woche auf dem Betriebshof der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) und warten auf ihren Einsatz. Im Januar wird es soweit sein, dann rollen die ersten durch Dresden. Aber zunächst müssen noch die DVB-Elektriker ran. Sie bauen in den kommenden Tagen und Wochen noch Fahrscheinverkaufskassen, Videokameras, Bildschirme für die Fahrgastinformation sowie die Komponenten des DVB-Leitsystems ein. Auf einigen Sitzen liegen dafür Schräubchen, Werkzeuge und Lappen bereit. Spätestens Ende Februar sollen dann alle 40 neuen Busse im Linienbetrieb unterwegs sein. Die bislang noch fehlenden 19 holen DVB-Mitarbeiter im Januar aus dem MAN-Werk im polnischen Poznan nach Dresden. Die 20 Mercedes-Busse haben sie bereits kurz vor Weihnachten in zwei großen Kolonnen auf der Autobahn von Mannheim an die Elbe chauffiert – eine ungewöhnliche Tour für die Fahrzeuge, schließlich sind sie für den Stadtverkehr ausgelegt und fahren maximal etwa 85 Kilometer pro Stunde.

21 von 40 neu angeschafften Gelenkbussen stehen bereits auf dem DVB-Betriebshof in Gruna und warten auf ihren Einsatz. Fotos: Tanja Tröger

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Dafür sind die neuen Busse besonders umweltfreundlich. „Sie entsprechen alle der Euro-6-Norm, das ist der höchste Umweltstandard bei Dieselmotoren“, erklärt DVB-Sprecher Falk Lösch. Ein Bus stößt nur so viele Stickoxide aus wie ein gewöhnlicher Diesel-Pkw, das haben Praxistests gezeigt. Die Neulinge emittieren auch weniger Kohlendioxid als die alten Fahrzeuge. „Es kommt hinten weniger Dreck raus“, fasst Lösch zusammen. Durch technische Verbesserungen wie einen leistungsfähigeren Motor wird zudem der Kraftstoffverbrauch um etwa zwei Liter sinken, schätzen die DVB-Experten. Die Fahrer können bei niedrigeren Drehzahlen in einen höheren Gang schalten, was für die Ohren der Fahrgäste angenehmer ist. Die Passagiere erkennen die neuen Busse an den transparenten Oberlichtern, die sich im Sommer öffnen lassen, und an dem Kinderwagenstellplatz im „Hinterteil“ des Busses. Insgesamt passen rund 150 Fahrgäste in die reichlich 18 Meter langen Gefährte. Klimaanlagen haben die neuen Busse übrigens nicht, denn die derzeit erhältlichen werden mit Diesel betrieben und sind unwirtschaftlich, gemessen an der kurzen Einsatzzeit pro Jahr. Erst, wenn es gut funktionierende elektrische Klimaanlagen auf dem Markt gibt, würden auch welche in Dresdner Busse eingebaut, erläutert Robert Roch, Leiter der Abteilung Kraftfahrzeuge.

Etwa 307.000 Euro kostet so ein viertüriger Gelenkbus. Rund 12,3 Millionen Euro hat die Neuanschaffung insgesamt gekostet, 3,6 Millionen davon hat der Freistaat Sachsen als Fördermittel zugeschossen. Etliche Jahre mussten die Verkehrsbetriebe auf diesen Neukauf warten. Die Förderrichtlinien des Freistaates hätten sich dahingehend geändert, dass ein Verkehrsunternehmen nur noch Gelder bekommt, wenn die Flotte im Durchschnitt älter als acht Jahre ist, erläutert Roch. 2015 war diese Voraussetzung erfüllt, und so orderten die DVB nicht nur die jetzt ausgelieferten 40 Busse, sondern gleich noch 20 weitere. Mit dem „Großeinkauf“ sinkt nun das Durchschnittsalter der DVB-Busse von neun auf fünf Jahre.

Dafür mustern die Verkehrsbetriebe alte Busse aus – vorrangig Zweiachser mit drei Türen. Die bis 2003 gebauten Fahrzeuge erfüllten nur die Schadstoffnorm Euro 3 und landen nun auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

ttr

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