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Die neue B 6 in Cossebaude – Warten bis 2030

Trasse so gut wie beschlossen Die neue B 6 in Cossebaude – Warten bis 2030

Endlich kommt die neue B 6. Da die geplante Süd-Trasse ein Schlüsselprojekt im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 ist, gilt sie als so gut wie beschlossen. Doch die anstehenden Planungen könnten sich als sehr kompliziert erweisen.


Quelle: Bundesverkehrsministerium

Dresden. Endlich kommt die neue B 6. Da die geplante Süd-Trasse ein Schlüsselprojekt im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 ist, gilt sie als so gut wie beschlossen. Musik in den Ohren von Andreas Teubner. Seit Jahren kämpft seine Initiative “Neue B 6“ gemeinsam mit den Anwohner der Meißner Landstraße aus Stetzsch, Gohlis und Cossebaude für eine Ortsumfahrung und damit die Verlagerung des lärmenden Verkehrs, raus aus ihren Ortschaften.

„Wir leiden mittlerweile permanent unter Lärm und Erschütterungen durch LKWs. Hier haben sich, auch durch die Öffnung der Niederwarthaer Brücke, Dinge entwickelt, die vor zehn Jahren noch nicht vorstellbar waren“, erklärt Teubner die Wohnsituation an der Bundesstraße. Deshalb wurde der Ruf nach einer Ortsumgehung immer lauter. Doch wieder und wieder wurden die Anwohner vertröstet. Zuerst war von einem Bau bis 2015 die Rede, dann 2018, 2020, 2025. Jetzt endlich ist das Projekt offiziell durch den Bundesverkehrswegeplan 2030 auf den Weg gebracht. Die Pläne müssen aber noch den Bundestags durchlaufen – das geschieht voraussichtlich gegen Ende des Jahres. Geplant ist eine neue Strecke südlich der Meißner Landstraße, nahe den Bahngleisen. Laut Bund die einzig praktikable Lösung.

Im Vorfeld wurden diesbezüglich sogar drei verschiedene Varianten geprüft. Eine Ausführung durch die Elbaue hätte laut Bundesverkehrsministerium einen zu großen Eingriff in die Natur bedeutet. Die Variante eines Ausbaus der bestehenden B 6 wurde aus verkehrs- und belastungstechnischen Aspekten in den Planungen nicht weiter verfolgt. Das Bundesverkehrsministerium plant nun mit 62,7 Millionen Euro für den Neubau einer 4,2 Kilometer langen Süd-Trasse.

Doch der Wunsch vieler Anwohner auf eine zeitnahe Umsetzung des Projektes wird nicht erfüllt. Der offizielle Entwurf des Bundes spricht eine deutliche Sprache: 120 Monate Planungszeit, 48 Monate Bauphase – vor 2030 wird die B 6 wohl nicht fertig. „Ich habe aber trotzdem die ernste Hoffnung, dass die Umgehung eher kommt“, gibt sich Andreas Teubner kämpferisch.

Doch die anstehenden Planungen könnten sich als sehr kompliziert erweisen. „Aufgrund des sehr hohen Konfliktpotenzials sind zur Gewährleistung der Genehmigungsfähigkeit grundlegende Bestandserfassungen und Untersuchung erforderlich“, erklärte Kathleen Brühl vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA). Und das betrifft gleich mehrere Problemzonen.

Zunächst müsse man artenschutzrelevante Fledermausrouten im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet: Linkselbische Täler zwischen Dresden und Meißen) sorgfältig überprüfen, heißt es aus dem Ministerium. Zudem muss ein umfassendes Hochwasserschutzkonzept im Bereich von Lotzebach und Tummelsbach erarbeitet werden. Auch die unmittelbare Nähe der geplanten Trasse zur Bahnstrecke erfordert vor allem in den Bereichen Logistik und Wirtschaftlichkeit eine enge Abstimmung mit der Deutschen Bahn.

Eine der größten Herausforderung innerhalb der Planung wird zudem die zukünftige Verkehrs- und Lärmbelastung der bewohnten Gebiete sein, durch welche die neue Trasse führen soll. Viele der Anwohner haben Angst, dass sich die Probleme der alten B 6 nur einige Hundert Meter weiter auf die neue Route verlagern. „Ich denke, dass es auf keinen Fall eine Problemverlagerung geben wird. Im besten Fall wird sich der Verkehr aufteilen. Die neue B 6 wird auch unter ganz anderen Umständen und Richtlinien gebaut, so dass die neu durchfahrenen Gebiete von Anfang an besser geschützt sind, als wir seit Jahren an der Meißner Landstraße“, so Teubner.

In den Planungen ist auch noch völlig offen, in welcher Form die sogenannte „B 6n“ letztendlich gebaut werden soll. Mit der Beteiligung von Stadt, Land und Bund, auch unter Mitwirkung der Öffentlichkeit, muss zunächst geklärt werden, in welchem Ausmaß Tunnel, Talführungen und Lärmschutzwände notwendig sind. Bürger und Anwohner haben bis zum 2. Mai Zeit, sich schriftlich oder per E-Mail zu den Projekten im Bundesverkehrswegeplan 2030 zu äußern.

Bevor ein Vorentwurf dann endgültig beim Bundesverkehrsministerium eingereicht wird, kommt es noch zu einer Anhörung von Stadt und betroffenen Gemeinden. Erst dann erfolgt das Planfeststellungsverfahren durch die Landesdirektion Sachsen. Die neue „B 6n“ ist ein weiterer Abschnitt der geplanten Elbtalstraße, zu der die bereits 2011 eingeweihte Niederwarthaer Brücke gehört. Sie soll vor allem die Verkehrs- und Lärmbelastungen auf der Meißner Landstraße deutlich reduzieren und gleichzeitig eine belastbare Hauptstraße im Elbtal werden.

Laut den Planungen im Bundesverkehrwegeplan 2030 sollen zukünftig etwa 21000 Fahrzeuge am Tag die neu gebaute Bundesstraße nutzen. Das Bundesverkehrsministerium geht nach der Fertigstellung der Trasse von einer Haltbarkeit von mindestens 38 Jahren aus.

Von Sebastian Burkhardt

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