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Der S-Bahn-Haltepunkt Dresden-Bischofsplatz hat einen Lackanstrich verpasst bekommen

Bunt, bunter, Bahnhaltestelle Der S-Bahn-Haltepunkt Dresden-Bischofsplatz hat einen Lackanstrich verpasst bekommen

In Kooperation mit dem VVO und der DB AG haben die Macher des Dresdner Urban Art Festivals „LackStreicheKleber“ die lokale Streetartszene eingeladen und gemeinsam die neue Haltestelle am Bischofslatz bekunstet. Jetzt kann hier jede Warte- und Durchlaufzeit für einen kleinen Kunstgang durch die aktuelle Dresdner Graffiti- und Streetartszene genutzt werden.

Ein Hecht für den Hecht: Der mexikanische Künstler Benuz (l.) und Florian Bölike haben die Haltestelle des neuen S-Bahn-Haltepunktes Bischofsplatz verschönert.

Quelle: Amac Garbe

Dresden. In Kooperation mit dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und der DB AG haben die Macher des Dresdner Urban Art Festivals „LackStreicheKleber“ (LSK) die lokale Streetartszene eingeladen und gemeinsam den neuen Verkehrspunkt bekunstet. Jetzt kann hier jede Warte- und Durchlaufzeit für einen kleinen Kunstgang durch die aktuelle Dresdner Graffiti- und Streetartszene genutzt werden, deren Stilvielfalt unterschiedlicher kaum sein könnte.

Ursprünglich sollten sich laut Ausschreibung nur 15 Künstler die insgesamt gut 200 Quadratmeter Fläche teilen. „Am liebsten hätten 60 Künstler daran teilgenommen,“ erzählt Jens Besser, selbst beteiligter Künstler und Organisator des LackStreicheKleber (LSK) Festivals. Am Ende wirkten am vergangenen Osterwochenende unter dem Motto „LSK goes Line“ gut 30 Künstler an der Gestaltung des neuen S-Bahn-Haltepunkts Bischofsplatz mit. Dort, wo sich in den wenigen Tagen seit der Eröffnung des Haltepunkts bereits einige illegale Sprayer auf den grauen Betonflächen verewigt hatten, prangen jetzt ganz legal und dicht an dicht große, farbenfrohe Graffiti-Schriftzüge neben kalligrafischer Ornamentik. Vielköpfige Monster und Comicfiguren tummeln sich auf Seitenwänden, am Treppenaufgang und sogar an Teilen der Decke. Bewusst habe man versucht, die Stellen zu ‚bespielen’, die auch sonst illegal getagt worden wären, erklärt Künstler und Kurator Florian Bölike.

An einigen Stellen wird es gar poetisch: Der Künstler Artourette verwandelt Brechts „Bitten der Kinder“ in ein kontemplatives Gesamtkunstwerk, während die Künstlerin und Autorin Annie Lux gleich ihre eigene Lyrik in den „Zwischenraum“ bannt. Auch ein großer, Zähne zeigender Hecht fehlt an dem für viele Hechtviertelbewohner sehnlich erwarteten Haltepunkt nicht.

Thematisch durften sich die Dresdner Künstler, die überwiegend aus den umliegenden Vierteln kommen, frei entfalten. Zwar sollte es keine eindeutig politischen Statements geben, natürlich erst recht nichts Rassistisches oder Sexistisches. Ansonsten gab es von Seiten des Kooperationspartners aber lediglich die Vorgabe, dass das VVO-Logo oder das S-Bahn-Logo irgendwie, irgendwo in jedem Artwork auftauchen soll. Alles andere war künstlerische Freiheit. Wie kreativ diese Vorgabe umgesetzt wurde, ist allein schon einen Blick wert.

Christian Schlemper, VVO-Sprecher, sieht mit der Aktion zwei Punkte gleichzeitig erreicht. Graffitifrei wäre der Haltepunkt ohnehin nicht geblieben – seine ständige Bereinigung hätte viel Geld gekostet. Die Anekdote zur Kooperation liefert Schlemper gleich mit: Als die VVO im vergangenen Jahr die Erfolge ihres sogenannten (Anti-)Graffitimobils vorgestellt und zeitgleich in einer hippen Kampagne mit Graffiti-Motiven geworben habe, sei der Dresdner Künstler Jens Besser ‚zu Recht’ auf die VVO zugegangen, habe diese Widersprüchlichkeit moniert und eine legale, für alle Beteiligten nutzbringende Zusammenarbeit zur Diskussion gebracht.

„Den Haltepunkt konstruktiv gemeinsam zu gestalten – zusammen mit dem Stadtteil und seiner lokalen Szene, zeugt von einem respektvollen Umgang aller Akteure“ resümiert VVO-Sprecher Schlemper. Am Ende bezahlte der VVO die gut 150 Sprühdosen und 40 Liter Farbe, die hier in Kunst verwandelt wurden.

www.lackstreichekleber.de

Von Susanne Magister

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