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Bürger in Dresden-Bühlau beklagen katastrophale Parkplatzsituation

Stadtentwicklung Bürger in Dresden-Bühlau beklagen katastrophale Parkplatzsituation

Bürger und Geschäftsleute entlang der Bautzner Landstraße in Bühlau beklagen eine katastrophale Parksituation. Pläne für eine große Stellplatzanlage liegen in der Stadtverwaltung jedoch auf Eis. Jetzt bringt die SPD einen Vorschlag in die Diskussion, der die Situation entspannen könnte.

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Vonovia verkauft Parkhaus an der Metzer Straße

Apothekerin Sylvia Trautmann zeigt die vollgeparkte Weißenberger Straße.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.

Angefangen hat alles mit dem Wegfall des Parkplatz am Ullersdorfer Platz, der für die Erweiterung des Gymnasiums Bühlau weichen musste. Seither spielten sich im Stadtteil beim Kampf um die raren Parkplätze regelrechte „Dramen“ ab, schreiben Trautmann und ihre Mitstreiter in einer Petition an die Stadt. „600 Unterschriften haben die Stadträte im Petitionsausschuss und der OB schon erhalten, weitere werden nachgesendet“, erklärte die Apothekerin gegenüber DNN. Geschäfte, Kunden, Anwohner – alle seien betroffen. Beim Kinderabholen aus den Kitas wie in der Weißenberger Straße müsse in zweiter Reihe geparkt werden. Ein Discounter verteile auf seinem Parkplatz Geldstrafen für Autos ohne Parkuhr, mancher Besucher der Bibliothek oder Patienten einer Arztpraxis seien schon kostenpflichtig abgeschleppt worden, weil sie angeblich eine Feuerwehr-Zufahrt blockierten. „Für alle Anwohner in Bühlau ist das eine große Belastung hinsichtlich Zeitraub, Stau, Umweltbelastung sowie Gefahr für Leib und Leben.“


Auf dieser Fläche sollte laut einem angestrebten Bebauungsplan ein Parkplatz für Pendler entstehen

Auf dieser Fläche sollte laut einem angestrebten Bebauungsplan ein Parkplatz für Pendler entstehen. Das Projekt hat die Verwaltung aber auf Eis gelegt.

Quelle: Stadt/Grafik: Eylert

Trautmann beruft sich auf bestehende Stadtratsbeschlüsse. Spätestens mit Beginn der Bauarbeiten für die Gymnasiumserweiterung sollte „Ersatz in räumlicher Nähe“ für den Wegfall der Parkplätze geschaffen werden, hieß es in einem Beschluss von März 2013. Inzwischen ist der Schulanbau längst in Betrieb, neue Parkplätze sind nicht in Sicht. Dabei hatte der gleiche Stadtrat ein halbes Jahr später den Bau eines Parkplatzes in der Nähe der Einmündung Grundstraße/Bautzner Landstraße auf den Weg gebracht. Für diesen P+R-Parkplatz beschlossen die Stadträte die Aufstellung eines Bebauungsplans. Doch die Genese solcher B-Pläne ist lang. Richtig amtlich wird es erst mit dem Beschluss des Stadtrats über eine Satzung zum Bebauungsplan, die von der Verwaltung vorgelegt werden muss. Die gibt es bis heute nicht.

Stadt prüft Parkgebühren

Die Stadt hat den P+R-Parkplatz zwischen Grund- und Neukircher Straße auf Eis gelegt. Das hängt mit dem Umbau am Ullersdorfer Platz zusammen. Die Gleisschleife soll verlegt werden, um das Areal verkehrstechnisch zu entlasten. „Notwendigkeit und erforderliche Kapazität des geplanten P+R-Parkplatzes zwischen Grundstraße und Neukircher Straße hängen von der zukünftigen Lage der Gleisschleife für die Straßenbahn und den dort einordenbaren Pkw-Stellplätzen sowie der Lage des Standortes zu den relevanten Hauptverkehrsströmen ab“, erklärt Doris Oser, persönliche Referentin von Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain, der für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr zuständig ist. Ein P+R-Parkplatz in Weißig wird derzeit nicht weiterverfolgt. „Standorte unter anderem im Bereich der Rossendorfer Straße werden jedoch weiterhin alternativ untersucht.“ Zudem teile die Stadtverwaltung „nicht die Auffassung der Petenten, dass im gesamten Stadtteil Dresden-Bühlau eine katastrophale Parkplatzsituation zu verzeichnen ist“, stellt Referentin Oser fest. „Partiell“ gebe es insbesondere von Montag bis Freitag tagsüber Engpässe bei verfügbaren Pkw-Stellplätzen im Umfeld der Bautzner Landstraße. Die Stadt will nun „Parkraumbewirtschaftungsmaßnahmen“ prüfen, wie es im Amtsdeutsch so schön heißt. Das genaue Untersuchungsgebiet sei aber noch nicht festgelegt. Erst wenn Ergebnisse vorliegen, könnten konkrete Schritte benannt werden. Zum Repertoire der Parkraumbewirtschaftung gehörten beispielsweise zeitbeschränktes und gebührenpflichtiges Parken oder auch eingeschränkte Haltverbote, also Parkverbote, die ein kurzes Halten gestatten.

„Gleisschleife kann ewig dauern“

Apothekerin Trautmann begeistert das nicht. „Die Gleisschleife kann doch noch Jahre dauern, hier herrscht jetzt große Not“, erklärt sie und fordert nachdrücklich die Einrichtungen von Parkplätzen an der Grundstraße. „So viel wie möglich.“ Die Geschäftsfrau befürchtet jedoch, dass die Stadt das Gelände lieber für den Wohnungsbau verkaufen will. „Die Bürger müsse aufpassen und einfordern, was schon einmal beschlossen ist.“ Am 24. November will Trautmann das auch in der Bürgerfragestunde vor dem Stadtrat tun. An diesem Mittwoch wird sich der Petitionsausschuss mit dem Anliegen befassen.

Bei den Stadträten haben die Bühlauer schon für Bewegung gesorgt. Hendrik Stalmann-Fischer, Verkehrspolitiker bei der SPD, hat zwar Verständnis dafür, dass die Stadt den P+R-Parkplatz, der den Übergang vom Auto auf den Nahverkehr ermöglichen soll, auch in der Nähe der Gleisschleife bauen will. Er schlägt aber vor, für die Grundstraße über einen Parkplatz in kleinerer Dimension nachzudenken. Dafür müsste der B-Plan entsprechend geändert werden. Laut Flächennutzungsplan sind für das Areal Parkflächen, Grünflächen und Wohnungen denkbar. „Mit dieser Änderung kann man viele Interessen bedienen.“

Von Ingolf Pleil

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