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Bahnstrecke zwischen Dresden und Berlin wird bald für 16 Monate gesperrt

Bauarbeiten Bahnstrecke zwischen Dresden und Berlin wird bald für 16 Monate gesperrt

Die Strecke Dresden-Berlin ist nicht gerade ein Vorzeigetrasse der Deutschen Bahn. Rund zwei Stunden benötigen die Fernzüge für die rund 180 Kilometer über Elsterwerda und Doberlug-Kirchhain. Jetzt stehen Bauarbeiten an, die zu erheblichen Einschränkungen führen werden.

Die EuroCitys der Tschechischen Staatsbahn – hier in Dresden-Stetzsch – sollen bis Spätsommer nur noch mit modernisierten Waggons gefahren werden

Quelle: Lars Müller

Dresden. Die Deutsche Bahn AG sperrt vom 5. August dieses Jahres bis 9. Dezember 2017 die Bahnstrecke zwischen Dresden und Berlin für den Fernverkehr. Zwischen Hohenleipisch und Walddrehna im Süden Brandenburgs werde die Magistrale auf 27 Kilometern komplett modernisiert, teilte die Strabag Rail GmbH aus Bauunternehmen mit. Auf dem Abschnitt würden zudem sieben Eisenbahn- und von der STRABAG AG acht Straßenüberführungen gebaut oder erneuert.

Die Fernzüge der Linie 27 Prag–Dresden–Berlin werden nach Angaben der Deutschen Bahn wie bereits mehrfach in den vergangenen Jahren wieder über Falkenberg umgeleitet. Obwohl die Strecke zwischen Falkenberg und Jüterbog eingleisig ist, sollen sich die Fahrzeiten nicht verlängern. Richtung Dresden würden die Züge sogar drei Minuten schneller, kündigt der Verkehrskonzern an. Damit benötigen die Züge zwischen Dresden und Berlin ziemlich genau zwei Stunden. Allerdings kann wegen der Streckensperrung Elsterwerda nicht bedient werden. Dort halten vor allem in Tagesrandlagen einzelne EuroCitys.

Wer mit der Bahn zwischen der sächsischen Landeshauptstadt und der Bundeshauptstadt reist, kann demnächst in komfortableren Zügen Platz nehmen. Die meisten EuroCitys mit Ausnahme eines ungarischen Zuges werden von der Tschechischen Staatsbahn České dráhy (CD) gestellt. Reisende insbesondere der 2. Klasse hatten die mangelnde Qualität der Abteilwagen bemängelt. DB AG und CD vereinbarten daraufhin eine Verbesserung der Züge. Die Tschechische Staatsbahn investiert gut 40 Millionen Euro in die Modernisierung von 78 Reisezug-Wagen für den Deutschland-Verkehr. Bis Spätsommer sollen nur noch „aufgehübschte“ Waggons eingesetzt werden. „Dann wird es auch jeweils zwei Großraumwaggons in der 2. Klasse geben – einen mit Rollstuhlplatz und Kleinkindabteil und einen mit Fahrradstellplätzen“, so die DB AG. Die CD baut dafür gebrauchte Wagen aus Beständen der Österreichischen Bundesbahn um. Die 1.-Klasse-Wagen mit Großraum erhalten Ledersitze und der stilvolle Speisewagen bleibt in jedem Zug erhalten.Derzeit laufen in einzelnen EuroCitys noch einzelne DB-Großwagen der 2. Klasse.

Abweichungen gibt es beim ungarischen Zugpaar (EC 172/173) sowie bei zwei Intercitys im Binnenverkehr, die in Dresden wenden. So wird der Zug nach Westerland/Sylt weiterhin mit DB-Waggons und Interregio-Bistro gefahren. Ein zweiter Intercity (IC 2078/79), der morgens nach Berlin und abends zurück kommt, kann derzeit nur Berlin-Südkreuz anfahren. Im Einsatz ist eine polnischer Zug aus dem Umlauf der Berlin-Warschau-Expresses, der jedoch nicht mit Fahrgästen durch den Berliner Nord-Süd-Tunnel zum Hauptbahnhof fahren darf. „Diese Wagen müssen für das Befahren des Berliner Tunnels noch technisch ertüchtigt werden, was derzeit erfolgt“, teilte die Bahn auf Anfrage mit. Voraussichtlich ab 5. August werde dies „dann erfolgreich abgeschlossen sein, so dass das Zugpaar dann über Südkreuz hinaus weiter von/nach Berlin-Hauptbahnhof fahren kann“. Bis dahin müssen Reisende von und nach Dresden aber noch umsteigen.

Auf der EuroCity-Linie Dresden-Prag haben die beiden Partnerbahnen noch eine ganz andere Baustelle: die Lokomotiven. Derzeit sind grenzüberschreitend in die Jahre gekommene tschechische Loks der Baureihe 371 im Einsatz, die in den unterschiedlichen Bahnstrom-Systemen beider Länder fahren können. Diese von Bahnfans augenzwinkernd als „Knödelpressen“ bezeichneten Maschinen schaffen jedoch nur 160 Stundenkilometer. Sie werden deshalb zeit- und personalaufwendig in Dresden gewechselt, wo eine schnellere deutsche Lok die Reisezüge übernimmt. Eigentlich sollten längst moderne tschechische Loks der Reihe 380 im Einsatz sein, die mit 200 Stundenkilometer Spitze bis Berlin und Hamburg durchfahren und die angespannte Situation im Fuhrpark der Deutschen Bahn entlasten könnten. Noch dauert aber der Zulassungsprozess für deutsche Strecken an. Die DB AG erklärte: „Im Moment gehen wir davon aus, dass wir nach Abschluss des Zulassungsverfahrens ab Dezember 2017 ohne Lokwechsel in Dresden nach Berlin bzw. Hamburg durchfahren werden.“ Vor einigen Jahren gab es bereits die Idee, Neigetechnik-Triebwagen der CD zwischen Prag und Berlin einzusetzen. Diese kamen allerdings nie auf deutschen Gleisen in Fahrt.

Auf der Verbindung Dresden–Berlin konkurriert die Bahn mit mehreren nationalen und internationalen Fernbus-Unternehmen. Unter anderem setzt die Deutsche Bahn auch eigene Busse ein. Busfahrscheine gibt es im Angebot ab 7 Euro je Strecke, Bahnfahrkarten mit BahnCard25-Rabatt auf Sparpreise ab gut 14 Euro je Richtung in der 2. Klasse.

Von Lars Müller

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