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ADFC Dresden fordert Umsetzung des Radverkehrskonzeptes

Radfahren in Dresden ADFC Dresden fordert Umsetzung des Radverkehrskonzeptes

„Wir wollen die Leute endlich aufs Rad bringen“, so das Motto des Dresdner ADFC-Vorsitzenden Nils Larson. Und laut dem 31-jährigen stehen die Chancen dafür derzeit so gut wie nie. Nur getan werden müsse endlich etwas.

Radfahrer in Dresden

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. „Wir wollen die Leute endlich aufs Rad bringen“, so das Motto des Dresdner ADFC-Vorsitzenden Nils Larson. Und laut dem 31-jährigen stehen die Chancen dafür derzeit so gut wie nie. Nur getan werden müsse endlich etwas. Deshalb begrüßte er zusammen mit seinem Kollegen Rolf Leonhardt vom ADFC-Sachsen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag das vor gut drei Wochen von der Stadt vorgelegte Radverkehrskonzept. Das sieht vor, rund 45 Millionen Euro bis 2025 in die Infrastruktur des Radverkehrsnetzes zu investieren. Im März 2017 soll das Konzept den Stadtrat passieren.

„Das Konzept ist ausgewogen und eine gute Basis“, so Larsen. Dennoch gebe es einige Kritikpunkte. So lasse der Entwurf für den Doppelhaushalt 2017/2018 befürchten, dass das vorliegende Konzepte zu einem „Papiertiger“ verkomme. Schließlich habe es überhaupt elf Jahre gedauert, bis das vom Stadtrat angeordnete Konzept endlich vorlag. Es sei nun nicht genug Personal eingeplant, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen. „Oft benötigt es für eine Verbesserung nur einige Markierungsarbeiten oder Neugestaltungen von Kreuzungsbereichen. Das kostet baulich kaum Geld, erfordert aber sehr viel Planungsarbeit“, so Larsen. Deshalb fordert der ADFC zehn Planerstellen im kommenden Haushalt, die sich ausschließlich mit Fuß- und Radverkehr sowie Verkehrs- und Schulwegsicherheit befassen.

Die Zeit dafür sei reif, fordert auch Rolf Leonhardt vom ADFC-Sachsen. Zwar stagnierten in Dresden die Radfahrerzahlen, doch das liege vor allem an den begrenzten Möglichkeiten. Die Zahl der ADFC Mitglieder in der Stadt steigt dagegen seit zehn Jahren um 20 Prozent jährlich. „Der Wille der Menschen zum Radfahren ist da.“ Als positives Beispiel führt Leonhardt Leipzig ins Feld. 2008 legten die Menschen dort ähnlich wie in Dresden rund zehn Prozent ihrer Verkehrswege mit dem Fahrrad zurück. Während Dresden sich mittlerweile immer noch auf diesem Niveau befindet, liegt Leipzig aktuell bei etwa 17 Prozent.

Deshalb sei laut Leonhardt die Notwendigkeit eines Radkonzeptes in Dresden schon lange mehr als nur ein politischer Aufschrei von Linken und Grünen. „Das Thema betrifft die Mitte der Gesellschaft und ist grundlegend für eine nachhaltige Zukunft“. Dresdens ADFC-Man Niels Larsen gibt außerdem zu bedenken, dass ein Auto Unmengen mehr Platz und darum auch an Ressourcen innerhalb bestehender und zukünftiger Infrastruktur gegenüber einem Radfahrer benötige. „Weniger Autos bedeuten weniger Parkplätze und weniger Ausgaben für den Straßenbau. Dazu kommt natürlich die Verringerung der Emissionen.“

Ein weiterer wichtiger Grund für die Notwendigkeit des Radverkehrskonzepts sei die Verkehrssicherheit. Obwohl sich Dresden im Vergleich zu allen anderen deutschen Großstädten im unteren Mittelfeld bei den zurückgelegten Wegen mit dem Rad befindet, ist man absolute Spitze bei Radverkehrsunfällen mit schwer verletzten Personen. Dresden kommt dabei auf etwa 3,6 solcher Unfälle auf 10 000 Einwohner, während der Bundesdurchschnitt bei etwa 1,7 liegt. In Dresden gibt es etwa 300 Unfallschwerpunkte. „Die zu entschärfen gilt es ebenfalls durch das Konzept. Und dafür brauchen wir mehr Verkehrsplaner“, so Leonhardt.

Von Sebastian Burkhardt

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